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Hexengedichte vortragen

Von Ruth Hoffmann-Erz am Freitag, den 5. Januar 2007

Ich habe in meinem Deutschunterricht kürzlich das Thema Hexen behandelt. Die Kinder haben Geschichten und Sprüche geschrieben und gelesen. Schwerpunktmäßig wollte ich mit Hilfe von Hexengedichten das ausdrucksvolle Vorlesen bzw. Vortragen entwickeln.

Als Einstieg eignet sich besonders folgendes Gedicht, dass ich hier auszugsweise wiedergebe:

Hexe

Sieben Geister erschrecken ihren Hexenmeister 1

Der erste grinst: Haaaaa!
Der zweite schimpft: Hoooooo!
Der dritte schreit: Huuuuuu!
[…]
Der sechste brüllt: Höööööö!

Der siebte klaut des Meisters Hut,
da heult der Hexenmeister voller WUT.

Die Kinder haben mit den Geräuschen der Geister stimmlich experimentiert. Die Stimme besonders tief oder hoch benutzt, die Tonhöhe innerhalb des Lautes verändert, den Laut abgesetzt (spotten), mit der Lautstärke gespielt usw.

Schön war auch, das Gedicht mit verteilten Rollen zu lesen und darzustellen.

Darauf aufbauend habe ich ein weiteres Gedicht ausgewählt (Auszug):

Hexe

Der vergessene Zauberbrei 2

Es donnert.

Es blitzt.

Es zischt.
Es kracht.

Da ist die Hexe aufgewacht.
[…]
Ach herrje und ei der Daus.
es blubbert aus dem Kochtopf raus!

Es donnert.
Es blitzt.
Es zischt.
Es kracht.
Die Hex´hat an den Brei nicht gedacht.

Schnell den Zauberstab herbei

Eins, zwei, drei der Spuk ist nun vorbei.

Zunächst habe ich daraus sechs effektvolle Wörter auf Kärtchen geschrieben.
Die Kinder sollten die Wörter so lesen, wie deren Inhalt war.
Zum Beispiel:

donnern – mit tiefer lauter werdender Stimme
blitzen – schnell und mit schriller Stimme
zischen – das „sch“ mit einem langezogenen Zischlaut

Aufbauend haben wir daraus ein Ratespiel durchgeführt:

Das Wort „Zaubertrank“ wurde von einem Kind auf eine der sechs Arten vorgelesen (donnernd, zischend..). Die anderen Kinder mussten raten, auf welche Art das Wort vorgelesen worden ist.

Als wir dann das Gedicht gelesen haben, fiel es den Kindern leicht, die geübten Wörter in dem Gedicht effektvoll zu betonen.

Es hat auch viel Spaß gemacht, das Gedicht zusätzlich darstellerisch umzusetzen und mit verteilten Rollen zu lesen.

Literaturhinweise

  1. Grusel-Werkstatt: Dagmar Tischer / Michael Dietrich, Klett (1999), ISBN-10: 3121961039, ISBN-13: 978-3121961030
  2. Auf dem Blocksberg tanzt die Hex': Annette Breucker / Jutta Knipping, Ökotopia Verlag; Auflage: 5., Aufl. (August 1998), ISBN-10: 3931902196, ISBN-13: 978-3931902193

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Auf dem Blocksberg tanzt die Hex‘

In diesem Buch finden sich auf 95 Seiten zahlreiche Texte, Gedichte und Spiele mit Umsetzungsideen als Mitmachspiel, Bewegungsspiel uvm. Ich finde es sehr empfehlenswert.



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