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Thema Müll

Von Ruth Hoffmann-Erz am Montag, den 26. Juni 2006

Heute haben wir mit dem Thema Müll begonnen (jahrgansübergreifende Klasse 1/2). Diesmal habe ich die Schülerbefragung in Form eines gemeinsamen „Brain Stormings“ durchgeführt. Ich habe die Ideen und Fragen zum Thema auf einem Plakat festgehalten. Die Kinder haben gemeinsam alle Bereiche angesprochen, die auch einem Lehrer bei der Vorbereitung des Themas einfallen. Bei einer Einzelbefragung der Kinder wäre sicher weniger herausgekommen.

Deutlich wurde, dass die Kinder viel Detailwissen besitzen, dass sie es aber nicht in einen größeren Zusammenhang einordnen können. Die Kinder äußern zum Beispiel: „Müll wird verbrannt und Dosen werden zusamengepresst“, „Batterien kommen nicht auf die Mülldeponie“ etc.

Einige Kinder schlugen vor, aus Müll Dinge zu basteln, was ingesamt auf großes Interesse stieß, so dass ich daraufhin die Kunstlehrerin angesprochen habe, ob sie diesen Wunsch der Kinder aufgreifen könne.

Als erstes haben die Kinder ein Arbeitsblatt bearbeitet, in dem die Kinder die Rohstoffe und Abfälle einander zugeordnet haben. Zum Beispiel Möbel werden aus Holz gemacht. Damit wurde eine wichtige Grundlage für die Müllsortierung und -entsorgung geschaffen.

Danach haben die Kinder in Partnerarbeit einen Text und ein Schaubild zur Müllverbrennungsanlage und später zur Mülldeponie bearbeitet, was später in einem gemeinsamen Gespräch vertieft wurde

Anschließend haben wir uns intensiv mit den verschiedenen Möglichkeiten des Recyclings beschäftigt. Wir haben einen Versuch zur Anschaung des Glasrecyclings durchgeführt (Deckel mit einem Magneten herausgefischt, Papier weggeföhnt), Papier geschöpft, Müll vergraben, ein Glas mit einer Erdbeere und Erde zur Beobachtung bereitsgestellt. Ergänzt wurden die verschiedenen Bereiche mit Sachtexten. In diesem Zusammenhang haben wir auch über das Duale Systen, den grünen Punkt und den gelben Sack gesprochen.

Um den Kindern eine Mengenvorstellung zu vermitteln, haben wir die Müllmenge mit einem Papierkreis dargestellt und diesen in Viertel geteilt. So wurde anschaulich, dass ein großer Teil des Müll auf der Mülldeponie abgelagert wird und nur ein kleiner Teil recycelt wird. Wir konnten an einem Baum für unserem Klassenzimmerfenster die Höhe des Müllberges einer Mülldeponie ablesen. Dies hat die Kinder sehr beeindruckt und der Sinn wenig Müll zu produzieren vermittelt. Um den Kindern zu zeigen, wie sie selbst Müll sparen können, haben wir Dinge gegenübergestellt wie zum Beispiel:

Auf Plakaten habe ich die verschiedenen Mülltonnen aufgezeichnet. Die Kinder haben aufgezeichneten Abfall ausgeschnitten und auf das entsprechende Plakat aufgeklebt.

Am Schluss sollte jedes Kind drei verschiedene Abfallstücke mitbringen. Gemeinsam wurde besprochen, welcher Müll in welche Mülltonne gehört. Dies war sehr lehrreich, da die Kinder zunächst keine sicher Zuordnung herstellen konnten. Besonders erstaunt waren die Kinder, wie viel in den gelben Sack gehört. Dabei wurden die Mengenverhältnisse des Mülls auch sehr deutlich.

Zusammenfassend habe ich den Kindern einen Text mit Fragen und Antworten zum gemeinsamen Lesen zusammengestellt, der noch einmal einen Überblick über das gesamte Thema schaffen sollte.

Als eine Art Lernzielkontrolle erhielten die Kinder die gleichen Fragen und sollten die Antworten selbst ergänzen.

Um herauszufinden, wie die Kinder das Thema empfunden haben, habe ich sie abschließend eigene Gedanken zum Thema notieren lassen. Dabei haben die Kinder nur kurze Sätze geschrieben, wie zum Beispiel: „Das Thema hat mir Spaß gemacht“.

Obwohl das Thema Müll sicher nicht so attraktiv ist wie viele andere Themen, hat es den Kindern doch Spaß gemacht, und sie haben viele Einsichten gewonnen. Besondere Aufwertung hat das Thema durch die Versuche erhalten.

Insgesamt habe ich das Thema weniger offen, sondern mit festen Arbeitsaufträgen umgesetzt. Die Problematik bestand für mich darin, dass die Lesetexte für die Erstklässler zu schwer waren, so dass viele Inhalte in Partnerarbeit mit einem Zweitklässler erarbeitet wurden. Die Versuche wurden jeweils zwei Tage durchgeführt, so dass die Kinder abwechselnd an der Reihe waren.

Zur Differenzierung hatte ich zusätzliche Arbeitsangebote (Rechensachaufgaben, Geschichten schreiben, Lesetexte…) bereitgestellt, die aber von den Kindern überhaupt nicht angenommen wurden. Die Reduzierung der eigenen Gedanken zum Abschluss des Themas auf einen kurzen Satz fand ich im nachhinein unbefriedigend. Wahrscheinlich wäre es sinnvoller, die Kinder mit Fragen zu einer tieferen Auseinandersetzung anzuregen.

Buchtipp:

Die Müll-Werkstatt: Iris Odenthal / Karolin Willems, Verlag an der Ruhr (2000), ISBN 3-86072-563-7

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