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"Lehrer schreiben über ihren Unterricht in der Grundschule" ist das Motto dieses Weblogs.

Hier werden Beispiele aus der alltäglichen Unterrichtspraxis veröffentlicht und Unterrichtsmethoden beschrieben. Dabei sollen sowohl Kolleginnen und Kollegen als auch Eltern und andere interessierte Menschen angesprochen werden.   mehr dazu »


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Geheimnisvolle Streiche in der Klasse 3a

19. April 2009

Irgendwann hatte ich die Idee, mit meiner 3. Klasse auch einmal ein TRICKBOXX Projekt zu machen.

Hier ist das Ergebnis. Zum Abspielen muss der Flash-Player installiert sein:

Für die technische Umsetzung haben wir beim KI.KA eine TRICKBOXX ausgeliehen, die aus einer Videokamera, einem Holzgehäuse und einem Notebook mit entsprechender Software besteht.

Zu Beginn haben wir in der Klasse Vorschläge gesammelt, welches Thema unser Film haben soll. In einer demokratischen Abstimmung wurde der Titel „Geheimnisvolle Streiche in der Klasse 3a“ festgelegt. Danach folgte eine genaue Planung und Besprechung über den inhaltlichen Ablauf des Films. Dramaturgische, darstellerische und technische Aspekte wurden diskutiert und berücksichtigt.

Inhalt der Geschichte ist, dass eine Matheaufgabe geheimnisvoll von der Tafel verschwindet, sich das Klassenbuch bewegt und Brote angebissen werden. Nach der Pause entdecken die Kinder eine Maus als Ursache für die Streiche. Als sie der Maus anbieten für immer da zu bleiben, ruft diese ihre Freunde. Zahlreiche Mäuse kommen aus allen Ecken angelaufen. Die Kinder schreien und die Maus lacht sich ins Fäustchen.

Nachdem der Anfang, die Streiche und der Ausgang der Geschichte festgelegt waren, wurde der gesamte Ablauf in einem Storyboard genau geplant. Bild, Sprache, Geräusche und Zeitablauf in Sekunden wurden tabellarisch aufgezeichnet.
Das Storyboard wurde in fünf Abschnitte eingeteilt und Kleingruppen zu je sechs Kindern zugeordnet. Die Aufnahmen erfolgten abschnittsweise in den Kleingruppen.

Die Kinder bastelten die Figuren und Requisiten.

In einer Erprobungsphase testeten die Gruppen die Aufnahmeperspektive und die Technik der Bewegungsabläufe. Es musste ein Kompromiss zwischen einem gelungenen Bewegungsablauf und der Dauer, die eine Bewegung in dem Film haben sollte, gefunden werden. So sind ausdrucksvolle Bewegungen (z.B. das Werfen der Kreide) mit relativ vielen Bildern und eher unwichtige oder längere Bewegungen (z.B. das Gehen der Lehrerin) mit möglichst wenigen Bildern pro Sekunde aufgenommen worden. Bei dem Aufnehmen der Bilder entwickelten die Kinder eine ernorm disziplinierte, aufeinander abgestimmte Arbeitshaltung, bei der jedes Kind seine festgelegte Aufgabe erhielt. (Bewegen einer bestimmten Figur, Kommando für den Aufnahmeklick…) Es entstand ein immer größerer Perfektionswille, beispielsweise bei den Bewegungen der Figuren. Auch bei der Vermeidung von ungewollten Bewegungen, wie das Verrutschen der Tische oder das Mitfotografieren einer Hand, wurden die Kinder immer sicherer.

Im Anschluss an die Aufnahme der Bilder wurden die Dialoge und Geräusche geübt und aufgenommen.
Dabei erforderte die möglichst genaue Synchronisierung der Sprache mit den Mundbewegungen der Figuren, eine ernorm hohe Disziplin und Ausdauer.

Alle Kinder waren begeistert bei der Planung und Umsetzung des Projektes dabei. Insgesamt machte sich großes Erstaunen über den ernormen Aufwand breit, den schon wenige Sekunden Film erfordern.
Mit großer Neugier wollten die Kinder immer wieder die Sequenzen der anderen Gruppen sehen, so dass alle stets einen guten Überblick über den Projektablauf hatten. Verbesserungen, Erfahrungen und Vorgehensweisen wurden während des Projektablaufs in der gesamten Gruppe besprochen.

Das Schreiben und Gliedern der Geschichte, die technische Umsetzung, das Arbeiten in der Gruppe, die Geräusche, Klänge und die Sprache vertreten Lerninhalte aus den Bereichen Deutsch, Sachunterricht, Musik und Kunst.
Das Projekt wurde im regulären Unterricht durch zahlreiche Aktivitäten vorbereitet und ergänzt: Basteln und Malen eines Daumenkinos, Arbeitsblätter zu Kameraeinstellungen und Animationstechniken, Analyse von Filmmusiken, Improvisationen zu Emotionen, Auseinandersetzung mit dem eigenen Fernsehkonsum, Bewusstmachung von Emotionen beim Fernsehen, Unterscheidung von Fernsehfiguren mit realen Lebewesen (Vergleich Benjamin Blümchen mit einem Elefanten, Vergleich eines Filmhelden mit sich selbst).

Zum Abschluss des Projektes wurde den Eltern der Klasse der Film im Rahmen eines Klassenfestes vorgeführt. Alle Kinder waren stolz über das gelungene Ergebnis.


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